Home Leichtathletik Neuigkeiten Berlin-Marathon 2011
23 | 02 | 2012
Banner
Berlin-Marathon 2011 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jan Werth   
Sontag, 23. Oktober 2011 18:09

Moritz ist Marathoni

 

Auf Grund von technischen Problemen seitens der Homepage kann jetzt erst der bericht zum Marathondebüt von Moritz folgen.
Am 25.09.2011 war es für Moritz nun endlich soweit. Der Startschuß für den Berlin-Marathon fiel und damit nun endlich die Möglichkeit die Ernte für das harte Training einfahren zu können. Die Entbehrungen, die Qualen des Trainings, als auch sich Kilometer um Kilometer zu motivieren hatten an diesem Morgen endlich ihr Ende gefunden- wenn man in's Ziel ankommt.
Zwar sollte das Erreichen des Ziels nicht das Problem sein, aber Athlet und Trainer haben ihren Anspruch, und dieser lautete 2:45h bzw. die etwas konservative Schätzung vom Coach 2:50h.

Aber von Anfang an. Moritz zog das Training durch, in der Spitze bis zu 140 Wochenkilometer. Die größte Anerkennung gilt vor allem dem Umstand, dass das Training zu 90% allein bewätigt werden musste, denn nur die schnelle Bahneinheit am Mittwoch wurd zusammen absolviert. Wobei auch hier Moritz mehr oder weniger alleine von der Spitze lief, da es zur Zeit keinen gleichwertigen Gegenpart gibt, der zumindest auch auf den kurzen Strecken mithalten könnte. Das Ergebnis: die Trainingsruppe lief teilweise nur die Hälfte der Strecken mit bzw. Trainingsgruppenstaffel vs. Moritz.
Von den Grundvoraussetzungen hat Moritz diesen Jahr mit einem Halbmarathon seine Konstanz und Leistungsniveau von 78'-80' bewiesen. darüber hinaus über die 10km mit einer 35:11' eine neue Bestzeit aufgestellt. Aber Marathon ist eben Marathon und eben nicht zweimal einen Halben hintereinander. Es gelten hier andere Regeln. Für diesen Tag waren neben der tageswarm auch das Wetter ein enstcheidener Faktor. Auf Grund von Sonne und Temperaturen musste die Getränkeaufnahme unbedingt beachtet werden. Auch die Angangszeiten. Die angepeilten 4'/km zu Begin wurden aber bei weitem verfehlt und lange mit 3:45'-3:55' Zeiten deutlich unterboten. Trotz Hinweisen das Tempo mehr zu konzrollieren, hielt Moritz das Tempo hoch. Da kann man als Trainer vom Rand nur das objektive Gewissen spielen, letztendlich weiß der Athlet am Besten wie es in diesem Moment um ihn steht. Trotz einiger HM gingen in diesem Moment mit Moritz die Pferde durch. Letztes Ende war es hier bereits zu spät und ich konnte nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Antreiben und Motivieren gegen die schmerzen anzukämpfen, den der "Einbruch" würde kommen. Und musste ich versuchen mit dem fahrrad irgendwie durch die Stadt zu kommen und bei Moritz bleiben, Getränke und Essen reichen .
Der Mann mit dem Hammer kam dann nach fantastischen Durchgangszeiten (HM 1:20h) bei KM 39. Erst lange Trinkpausen kurz gehen und auf den letzten Metern auch noch Krämpfe. Letztednlich hat der Coach das Tippspiel gewonnen. Wobei ich auch gerne verloren hätte, wenn es unter 2:50h gewesen wäre.

Aber nun der Marathon hautnah aus Moritz Sicht:
 

Ich bin wieder unter den Lebenden! Was für ein Lauf! *PUH*

Deswegen werde ich euch ein wenig daran teilhaben lassen, was ich so unterwegs bei dem Lauf erlebt habe.

Am Besten fange ich dafür von vorne an:

Am Sonntagmorgen, den 25.09.2011(ich hatte es schon erwähnt) Punkt 9h fiel der Schuss für den MARATHON: 42.195Meter. Ich fühle mich gut, Schakka…, looos geht’s. Nach etwa 1,5 Kilometer habe ich Jan schon auf seinem Drahtesel neben mir gehabt(was für eine Freude). Jan hat mich ab diesen Punkt alle 5 Km betreut, was sich später noch für sooo Wichtig erwies. Nach dem dritten Kilometer hat sich die große Masse von Läufern schon aufgelöst und ich konnte frei auf den Straßen von Berlin laufen, laufen was das Zeug hält.  Ab ungefähr Kilometer 10 habe ich vereinzelt meine Familie, Freunde, Kollegen sowie Nabil und Mutter getroffen, bzw. Sie haben mich gefunden. Dieses Zurufen und Anfeuern von jedem Einzelnen hat so unglaublich motiviert.

Ich musste nach dem 10 Kilometer feststellen, dass ich viel zu schnell unterwegs war. 38:16 Min. habe ich auf der Anzeige lesen müssen. Mir ging es trotzdem sehr guuuut!!!  Auch bei Kilometer 21,095 ging es Mir noch wunderbar, ich konnte zumindest grinsen. Den 1/2 Marathon bin ich am Sonntag mit einer zu schnellen 01:20:34 Std. durchgelaufen. Für den Halbmarathon im April habe ich 01:21:16 Std. gebraucht.

Doch dann ging es los, Kilometer 35. Mein muskulöser rechter Schenkel zog sich ab und an zusammen, ein Krampf hat sich angekündigt. Die letzten 7,195 Kilometer wurden im Kopf immer länger. Jan ist mit seinem Fahrrad neben mir hergefahren, er fragte mich ,,ob alles okay sei“ Ich schnappte tief nach Luft, um überhaupt ein Wort raus zubekommen. Was raus kam war ein „Ja, alles okay!“. Dabei konnte ich im übrigen nicht mehr grinsen. Zwischen Kilometer 38 und 39 war ich gezwungen zu gehen. Meine Beine waren schlapp und verdammt schwer!!! Jan kam zum Glück mit seinem Rad angedüst, um mich wirklich unermüdlich zu motivieren sowie auch Trinken zu reichen. ( Jan, danke noch mal dafür. ) Eine Minute konnte ich nur noch gehen. Ich frage mich jetzt noch wie ich die letzten 3 Kilometer geschafft habe.

Worüber ich mich noch im Nachhinein amüsiere ist, dass ich 500 Meter vor dem Ziel den angekündigten Krampf bekommen habe, ich hatte wahrhaftig einen Stock im A…(Po). Ich habe das Ziel gesehen und konnte einfach nicht weiter.  Blöd wie es aussah, habe ich mich hingestellt und meinen rechten Schenkel gedehnt und gelockert um irgendwie in das Ziel zu rennen. Die Leute an den Seiten haben mir gut zugerufen um weiter zulaufen, was ich dann auch tat. Ich lief…., irgendwie.

Das Ziel naht, jaaaaa ick hab’s jeschafft, 2:51:47h Hallelujahhhhh!!!!!!!!

Im Ziel angekommen habe ich mich von einem jungen hübschen Mädel massieren lassen(Whoooo) und das mit Blick auf den Bundestag. GÖTTLICH !!!  Trotz dieser wunderbaren Massage bin ich die nächsten Tage nur mit viel Schmerz und Qual die Treppen rauf und runter gekommen. Es war eine geniale Erfahrung, wo man seine Grenzen und doch auch Ziele gezeigt bekommt.  Ich danke allen die mich an der Strecke angefeuert haben, sowie auch den Daumendrückern und ganz besonders natürlich Jan, der mich mit seinem Rad so unermüdlich begleitet, motiviert und immer wieder aufgebaut hat, DANKE!

 

 

Moritz bei KM 2KM 39